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31.10.11 20:55


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30.10.11 14:24


28.10.11 18:05


Finde Ding-Definitionen

Auf dem Weg nach Beaumont-sur-Oise. Die Rückfahrt ist angenehmer als Hin. Zum Glück, ansonsten hätte ich vielleicht kehrt gemacht. So schön waren die paar Tage in Düsseldorf: Janosch promeniert sich mit Holzscheiten, Pablo findet einen Barbarpapa, ich backe Kekse und falte Papier, ein Feuerwerk vor dem Fenster, Hühnchen mit Erdnussbuttersauce, kanisterweise austropfender Rotwein hinterlässt ungesehene Spuren.



L'avare in den Koffer (wegen Didier lese ich Molière), Jägermeister und Bier, Schokobons und den Vogelstrauß (autruche) nicht vergessen. Da ist noch Platz für meinen Gameboy, das Stickeralbum und ein Weihnachtsliedernotenbuch, einen blauen Hasen, ein goldenes Reh... Die Kopflampe finde ich nicht auf die Schnelle, gleich muss ich am Treffpunkt sein (am Samstag organisiert Thibaut eine Wanderung durch die Katakomben.) Im Auto sitze ich neben einer Reporterin aus Tunesien die meine Zeichnungen kubistisch findet. Die Sonne scheint, die Mädchen haben Schleifen im Haar. Ich jetzt endlich meine Revolver-Goldkette (die Idee hab ich von einem Klassenkameraden geklaut, aber meine ist noch tausendmal gefährlicher und prolliger aus dem Manschettenknopf und meine Mutter macht sich Sorgen dass ich Ouèche-Ouèche werde, als ich dazu goldene Kreolenohrringe anlege – was ich alles hab.woher?) Redouane bietet mir Hilfe beim Tragen an – ein richtiger Gentleman nimmt meine Gitarre statt dem Zwanzig-Kilo-Koffer. Dafür schleust er mich mit durchs Drehkreuz um den Bahnhof Beaumont zu verlassen. Davor steht Bénédicte, die mich mit dem Auto abholt. Leider ist es schon fast acht, Chefsitz belegt, deswegen kein Abendessen heute. Gut, dass mein Koffer mit Schokolade und Marzipankartoffeln gefüllt ist.

 



und das mit den Bildern klappt grad irgendwie nicht. Kommen bald nach..
26.10.11 23:04


Die Erzählung muss mit dem Joint anfangen.

Das Loch in der Wand füllt sich mit Geschichten. Greg humpelt, weil er zuviel Kleingeld in seiner rechten Hosentasche hat. Achtunddreißig Euro nach zwei Stunden betteln auf dem Boulevard de Magenta. Gegenüber in der Essigpassage werden Touristen ausgeraubt. Uns werden chemische Drogen zum Sonderpreis und Kaffee umsonst angeboten. Ich wechsel die Münzen in Scheine im Fünf-Sterne-Restaurant und bekomme die Metro-Tickets bezahlt. Er kehrt zu seinem grünen Zelt zurück (die Farbe klärt das Missverständnis bezüglich seiner Tante auf). Ich finde eine Orchidee, halb verwelkt.

Ach nein, das war zwei Tage später. Monsieur payé impressionné par le poivron. Der Schauspieler arbeitet an der Theaterkasse. Die codierte Decke fällt runter. Geschlossen. Wir laden zum Essen ein. Par le menu – bis in die kleinsten Einzelheiten. Vorspeise: Lauchquiches. Hauptgang: Kalbsrouladen mit Riz Pilaf und Champignons de Paris (Agaricus bisporus) die in Pariser Schlössern wachsen. Ein Buch von Amélie Nothomb in neun Episoden. Dessert: Bayerische Creme. Dazu Maconnais, Roquefort Papillon, Maroilles, Bresse Bleu, Chaumes, Coeur de Lion, Fauquet, Brie, Chaource, Gruyère, Morbier, Reblochon. Achnein, das war übermorgen.

 

Heute gibt es Gemüsesuppe. Als ersten und zweiten Gang. Begleitet von AromaRum. Zwei Stunden täglich Zimmervisite. Ich zieh aus. Einschreiben mit Rückschein. Dabei war es so schön nach Hause zu kommen und einen Stapel Briefe und Karten auf dem Küchentisch liegen zu haben. Aus Kiel, aus Prag, Frankreich, Budapest, Indien. Merci

 

19.10.11 22:13


O Beaumont.

Wielang halt ich das hier noch aus...

Schule im Ghetto ist immoment mein geringstes Übel. Immerhin bin ich sogar ein bisschen integriert – gegen meinen Willen, aber so läuft das nunmal. Während des Feueralarms werden mir fünf Filterzigaretten angeboten und ich befinde mich aufeinmal inmitten einer Schar kleiner Gangsterjungs mit Goldkettchen und zu tief hängenden Hosen, die irgendwie richtig süß sind. Wahrscheinlich finden die mich alle auf Grund meiner momentanen Antihaltung (bedingt durch äußerste Übermüdung und zu geringe Innenzimmerwohlfühltemperaturen [wiederrum bedingt durch einen Vermieter der sich weigert die Heizung anzuschalten und der extra laute Eigengeräusche neben dem Fernsehapparat auf Volume achtundvierzig bis in die späten Nachtstunden von sich gibt])* extrem cool.

[Gestern hing ich eineinhalb Stunden vor Schulbeginn in dem ausgestorbenen Schulgebäude rum, weil Generalstreik war und ich aber unbedingt in Die Schule wollte und zwar pünktlich, weil Flan, Chaussons aux Pommes und Apfelkuchen auf dem Stundenplan standen. Ein Bäckerlehrling aus Beaumont hat mich mit dem Auto mitgenommen (allerdings zu Boulanger-Zeiten)]

Ich hab Fieber. Mir geht es schlecht und mein Kopf zerplatzt. Meine einzige Rettung sind meine Mitbewohnerinnen. Heute hat Didier sich bei Aline beschwert, dass ich zuviel Klopapier benutze. Er hat das im Mülleimer gefunden (ich frag mich, ob er den in meinem Zimmer oder den in der Küche meint und hoffe letzteren). Und letzte Woche hat er angeblich 30 Euro für Klopapier ausgegeben – wir fragen uns ob er fünflagiges Seidenklopapier geholt hat oder einfach wie gewöhnlich eine ganze Armeeration. Als ich nachhause gekommen bin stürmen Aline und Bénédicte mir entgegen, damit Didier mich nicht abfängt. Das hat er gestern schon gemacht und mich gefragt ob ich nachts denn auch meine Fensterläden schließen würde. Und ich wollte nach dem doch recht anstrengenden Praxis-Schultag (in den Laboratorien herrscht Klimaanlagen- oder Lüftungspflicht) mit 3 Stunden Heimweg bedingt durch Generalstreik und zehnmal so volle Züge und Busse (und halbstündige Wartezeiten an kalten Bahnhöfen und Bushaltestellen) einfach so gerne meine Ruhe haben und war wirklich am Ende als ich an Bénédictes Zimmertür klopfte um mich auszuheulen, Amarettokakao zu trinken und Kuchen zu essen. Deshalb wurde ich heute netterweise gerettet und bin mit den beiden Mädels durchs Dorf gelaufen zum Supermarkt und da haben wir unser eigenes rosa Klopapier geholt und Didier seine letzte Rolle runtergebracht. Danach wollten wir essen, vor Didiers Abendbrotzeit (wie gewöhnlich) und plötzlich war seine Haushälterin (die keine von uns je gesehen hat – Aline wohnt seit 6 Monaten hier) in der Küche damit beschäftigt seine Hemden zu bügeln (die er nie trägt – immer im Feinrippunterhemd), der ganze Tisch war belegt mit Didiers Kram. Die einzigen kleinen Genugtuungen die bleiben : die ganzen Kuchen und Tartes die ich aus der Schule mitbringe nicht mit ihm zu teilen, heimlich Haustiere halten und über ihn zu lachen – nur das fällt leider nicht immer leicht.

man beachte das kochinchinesische Huhn


* „Wenn du nicht genug Platz hast oder dir zu kalt ist hier oder dir irgendwas nicht passt, dann kannst du ja ausziehen.“ Würd ich ja gerne, aber Beaumonts Wohnungsmarkt gleicht leider einer ausgedörrten Steppenwüste, einem Schokotarte ohne Füllung, einem Schulhof in Villiers-le-Bel ohne selbstgebastelten Haschpfeifen. Oder so. Ich geh schlafen.

12.10.11 22:34


Briochepause

 

Fête des vendanges und Bananenbäume. Ich schreibe eine Geschichte über ein Mädchen, das einen Film macht über Polonaisen. Ich kann Pariser begeistern mit meinem Pâtisserie-Fachvokabular (an der Aussprache von Tartellette muss ich noch arbeiten). Ich schlafe bis 14 Uhr am Montmartre. Erwache immer noch zuckerverkrustet. In Beaumont gabs kein warmes Wasser mehr. Ein bisschen kalt durch 2 Pullis. Und wie soll die warme Luft bald zirkulieren (der Haupthahn ist aus ökonomischen Gründen noch nicht angedreht) wenn der große Kleiderschrank mit den ganzen Kartons vor der Heizung steht? Meine Mutter fragt mich ob ich sonst keine Sorgen habe, als ich von den Vermieter-Stresspickeln auf meiner Stirn erzähle. Alles Tarnung!

9.10.11 23:44


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